Welche Formel sollte ich verwenden?
Am zuverlässigsten ist QTc bei einem EKG nahe einer Herzfrequenz von 60 pro Minute. Je nach Setting und bei grenzwertigen Ergebnissen kann es sich lohnen, das EKG zu wiederholen.
Eine eindeutige Entscheidung kann diese Seite nicht abnehmen. Ich persönlich würde Fridericias Formel verwenden.
- Vandenberk et al., 2016 verglichen mehrere Korrekturformeln an mehr als 6.600 erwachsenen, mehrheitlich europäischen Probanden. Fridericia und Sagie/Framingham schnitten besser ab als Bazett.
- Bazett überschätzt QTc bei höheren Herzfrequenzen häufig. Das kann zu falschen Long-QT-Diagnosen und unnötigen Therapieänderungen führen.
- Die Framingham-Formel basiert auf einer sehr großen Probandenzahl und liegt bei Herzfrequenzen zwischen 60 und 100 oft nahe an Fridericia.
- Im wissenschaftlichen Bereich können Formeln sinnvoll sein, die Alter und Geschlecht berücksichtigen, etwa Rautaharju.
- Bazett ist aus historischen Gründen am weitesten verbreitet und wird von vielen EKG-Geräten verwendet.
Messmethoden
Die gängigen Methoden zur Messung des QT-Intervalls im EKG sind die Schwellen- und die Tangenten-Methode. Die Tangenten-Methode liefert in der Regel exaktere Ergebnisse. Automatisierte Systeme neigen gelegentlich dazu, QTc zu hoch einzuschätzen.
Grenzwerte für Long-/Short-QT-Syndrom
Die Grenzwerte sind umstritten. Nach ESC Guidelines 2022 gilt:
- Long-QT-Syndrom: ab 480 ms, auch asymptomatisch; ab 460 ms bei Symptomen.
- Short-QT-Syndrom: bis 320 ms, auch asymptomatisch; bis 360 ms bei Symptomen oder weiteren Faktoren.
Verteilung von QTc in der Bevölkerung
Die Darstellung im Rechner orientiert sich an Vandenberk et al., 2016 und nimmt für QTc nach Fridericia eine Normalverteilung mit einem Mittelwert von 414 ms und einer Standardabweichung von 25 ms an.
Formeln
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